Aus: JydskeVestkysten

Fleggaard lässt sich den „Fakkelgaarden“ einiges kosten

07.02.2013 | 12:13 |

Mette Thomsen

Ungeachtet dessen, dass der „Fakkelgaarden“ erneut ein Millionendefizit verbuchen muss, hat der Fleggaard-Konzern keine Pläne, sein Gourmet-Restaurant aufzugeben

Kollund – Würde der „Fakkelgaarden“ nicht dort liegen, wo er liegt, hätte sich der Leitung des Fleggaard-Konzerns die Sache wohl noch einmal reiflich überlegt, denn ein Defizit von insgesamt 14 Millionen Kronen in den vergangenen fünf Jahren fällt nicht gerade in die Kategorie „gesundes Geschäft“.

Nun aber liegt das Hotel mit dem dazugehörigen Gourmet-Restaurant am Kollunder Fjordvejen, wo der Konzern seinen Hauptsitz hat und wo die Mitglieder der Fleggaard-Familie beheimatet sind. Obwohl der jüngste Geschäftsbericht ein Minus in Höhe von 2,1 Millionen Kronen aufweist, müssen sich weder die 35 Angestellten noch die Gäste Sorgen machen.

„Der „Fakkelgaarden“ liegt der Firma und der Familie Fleggaard am Herzen, darum geben wir ihn nicht auf“, sagt Konzerndirektor Jens Klavsen. Aus diesem Grund hat er auch im Auftrag des Konzerns seinen Teil dazu beigetragen, dass der Tochtergesellschaft Schulden in Höhe von 19 Millionen Kronen erlassen worden sind, so dass deren Eigenkapital wieder positiv ist.

Jens Klavsen betont jedoch, dass es sich hierbei keineswegs um reine Philanthropie handele: Man arbeite intensiv daran, schwarze Zahlen zu schreiben.

„Schaut man sich aber Feinschmecker-Restaurants in ganz Dänemark an, sieht man, dass es überall Probleme gibt, und die Tatsache, dass wir in der Provinz liegen, macht es nicht gerade einfacher. Im Vergleich zum vergangenen Jahr haben wir uns ein wenig verbessern können – und momentan richtig viel zu tun. Die Marktsituation gestattet es uns allerdings nicht, unsere Preispolitik so zu gestalten wie es für einen Überschuss notwendig wäre“, erläutert Jens Klavsen.

Betrachtet man die Gesamtbilanz der „Fleggaard Holding“ und der dazugehörigen zehn Unternehmen, kann sich der Konzern seine Vorliebe für die örtliche Gemeinschaft durchaus leisten: Im jüngsten Geschäftsjahr hat das Unternehmen ein Plus in Höhe von 187,2 Millionen Kronen erwirtschaftet – bei einem Eigenkapital von 743 Millionen Kronen.

 

Der „Fakkelgaarden“ stammt aus dem Jahr 1936 und war ursprünglich eine kombinierte Jugendherberge und Kulturhaus, „Grænsehjemmet“, dessen Zweck es war, das Allgemeinwissen über das Grenzland zu verbreiten. Während des Zweiten Weltkrieges nutzten die Deutschen die Gebäude als Erholungsheim für verwundete Soldaten. Später wurde es wieder zur Jugendherberge. Die Familie Fleggaard erwarb die Gebäude 1990 und eröffnete dort zwei Jahre später den „Fakkelgaarden“.

 

Hotel des Nordens

 

Dem Fleggaard-Konzern gehört zudem das „Best Western Hotel des Nordens“, südlich des Grenzübergangs von Krusau gelegen. Auch dieses Engagement ist ein Verlustgeschäft, doch laut Jens Klavsen glaubt man daran, dass daraus mit der Zeit ein lukratives Geschäft wird.

 


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