Aus: Der Nordschleswiger

Tondern beruhigt Gäste mit Hund

14.02.2013 | 11:23 |

Sara Kannenberg

Urlauber mit Hund sind in der Kommune gut aufgehoben, sagt die Tourismuschefin, fordert aber eine Konkretisierung und eine „Entschärfung“

Von Oktober bis März dürfen Hunde auf Röm frei laufen. Danach gilt außer in ausgewählten Hundezonen – im Waldgehege oder im Norden von Lakolk – die Leinenpflicht. Foto: Wiedenhaupt

Tondern/Tønder  –  Ein Schäferhund beißt einen Terrier und soll eingeschläfert werden – dieser Fall aus Dänemark bewegt die Gemüter. Ist das dänische Hundegesetz zu „scharf gemacht“ und können Hundebesitzer auf Röm oder am Deich bei Hoyer weiterhin entspannt mit ihren Hunden spazieren gehen? Oder müssen sie bei jeder Rauferei im Hundewald Angst haben, ihr Tier wird wegen Bissigkeit eingeschläfert?

Der Nordschleswiger fragte  bei der Kommune Tondern  nach, wie man mit dem Fall des abgeurteilten Hundes Thor umgeht, der wegen angeblich scharfer Bissigkeit eingeschläfert werden sollte.

Der Fall des Hundes, der von einem Polizisten aus einem Tierheim in Hillerød „befreit“ wurde, macht Dänemarks Hundegesetz auch für deutsche Touristen zum Thema. Empörte Kommentare aus Deutschland füllen die Meinungsspalten sozialer Medien und  dänische Tourismusunternehmen erhalten zuhauf Rückmeldungen teils ängstlicher Urlauber, die um das Leben ihres Tieres fürchten.

Die Tourismuschefin der Kommune Tondern, Bodil Glistrup Thomsen, findet das 2010 beschlossene Hunde- und Tierschutzgesetz zwar ebenfalls zu streng, kann Hundebesitzern aber versichern: „Bei uns gab es damit keine Probleme. Und bislang gab es auch noch keine Anfragen deswegen. Wenn die kommen, kann ich unsere Gäste nur beruhigen.“

Schäferhund Thor sollte eingeschläfert werden, weil er einen Terrier gebissen hatte. Laut dänischer Hundegesetzgebung müssen scharf bissige Hunde nach ernsten Vorfällen eingeschläfert werden. „Die Frage ist ja, was scharf bedeutet. Bei uns gab es keinen Fall. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass sich Hundebesitzer beispielsweise auf Röm, sehr verantwortungsbewusst verhalten. Generell gilt eine Leinenpflicht und daran halten sich die meisten auch. Und in den Hundewäldern kann man die Vierbeiner dann frei laufen lassen und hier ist es noch nie zu Problemen oder einem Fall dieser Art gekommen. Unsere Gäste und Bürger haben einen sehr guten Umgang und tragen Verantwortung für ihre Hunde. Und wir haben gute Strukturen für Urlauber mit Vierbeinern, wollen weiterhin damit werben, dass man als Urlauber mit Hund in der Kommune Tondern sehr gut aufgehoben ist. Die Touristen mit Hund müssen sich da überhaupt keine Sorgen machen. Ich sage aber auch, dass dieses Gesetzt geändert werden sollte“, so Bodil Glistrup Thomsen.

Eine Konkretisierung des dänischen Begriffes „skambidt“ sei erforderlich, um kleine Raufereien unter Hunden oder ungefährliche Schnapper nicht in diese Kategorie zu stecken. Im aktuellen Fall war die Besitzerin des angegriffenen Hundes erst nach zwei Tagen zum Tierarzt gegangen, weil sich eine Wunde entzündet hatte.


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